Was ist los? Ich plane zu promovieren!

Seit etwa einem halben Jahr ist es leider ziemlich ruhig auf “Freie Kultur und Musik” geworden. Was ist los?

Es liegt in keinster Weise daran, dass im letzten Jahr nicht viel im Spannungsfeld “Urhberrecht und Musik” passiert ist (ich veröffentliche die Tage meinen Rückblick auf 2013). Die Ursache dafür ist, dass ich mich entschieden habe, zu dieser Thematik zu promovieren! Das ist eine ziemlich wichtige Entscheidung für mich gewesen und daher sitze ich seit Oktober daran, ein Exposé zu schreiben, um mich für Stipendien und ein Promotionsstudium zu bewerben. Da das ziemlich aufwendig ist und viele Texte gelesen und organisatorische Aufgaben erledigt werden wollen, bleibt gerade leider wenig Zeit fürs Bloggen übrig. Aber das wird sich in naher Zukunft wieder ändern, denn ich überlege, im Rahmen meines Promotionsvorhabens eine neue eigene Webseite und ein “PhD-Blog” (Köhler 2008) zu erstellen, auf denen ich den Promotionsprozess begleiten möchte.

Ich werde dem Bloggen also treu bleiben und halte euch auf dem Laufenden!

Mein Arbeitstitel und die Zusammenfassung sehen zur Zeit folgendermaßen aus:

Debatten über Urheberrecht und Musik im digital turn

Über das Urheberrecht wird in den letzten Jahren verstärkt debattiert, da sich durch die Digitalisierung neue Spannungsfelder zwischen Kreativschaffenden, Kreativwirtschaft und NutzerInnen sowie den Wissenschaften auftun. Während urheberrechtliche Aspekte dieses Wandels in den Rechtswissenschaften schon seit längerem diskutiert werden, fehlen bislang Untersuchungen zu den sozialen Interaktionen und diskursiven Strukturen der Urheberrechtsdebatten. Gerade weil aber im Kontext digitaler Musikproduktion, -distribution und -rezeption zum Teil sehr unterschiedliche Motive und Probleme aufeinander treffen, ist ein interdisziplinäres in der Musikwissenschaft verortetes Promotionsprojekt aus gesellschaftspolitischer und wissenschaftlicher Sicht von großem Interesse. Im Rahmen dieses diskursanalytischen Forschungsvorhabens verknüpfe ich deshalb musikwirtschaftliche sowie musik- und rechtswissenschaftliche Untersuchungen mit qualitativen Interviews und netnographischen Online-Diskursanalysen. Ziel der innovativen Arbeit ist es, in den Urheberrechtsdebatten aufeinander treffende Interessen, Argumente und Konflikte zu identifizieren und zu analysieren.

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Urheberrecht vs. Copyright

Schon etwas älter aber schön einfach von der bpb dargestellt:

Urheberrecht Copyright

bpb, Bild: dieSachbearbeiter.de, cc by-nc-nd/2.0/de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(via: Nachrichten für öffentliche Bibliotheken NRW)

 

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Copyright-Unterricht ins kalifornische Curriculum?

Die Frage, wie das Thema Urheberrecht in der Schule behandelt werden sollte, beschäftigt mich nun schon ein Weile. In Kalifornien gibt es nun einen neuen Versuch von iKeepSafe und Interessensvertretungen der Content-Industrie (MPAA, RIAA, ISPs), SchülerInnen “aufzuklären” – in Anführungszeichen, wie zahlreiche Kritiken an den entwickelten Unterrichtsmaterialen und -plänen deutlich machen.

Hier das offizielle Video der Kampagne, in dem das Teilen von Musik unter FreundInnen als illegal darstellt wird. Das Institut für Urheber- und Medienrecht reagierte neben De-bug und Krone.at (“Plumpe Unternehmenspropaganda”) auf diesen Bericht von Wired.

Wer glaubt, dass das nur in den USA angedacht wird, irrt: Die Initiative der deutschen Filmbranche Respe©t Copyights hat Unterrichtsmaterialien entwickelt und das Projekt Play Fair-  Respect Music hatte ich bereits an anderen Stellen mehrfach kritisiert. Letzteres lässt ein ähnlich falsches Bild vom Urheberrecht erkennen, wie sich z.B. in der dazu gehörenden Dissertation nachlesen lässt.
Eine Übersicht an eher geeigneten Unterrichtsmaterialien habe ich hier zusammengestellt. CreativeCommons veröffentlichte als Reaktion auf die Kampagne eine Liste an Alternativen.

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Examensarbeit: “Web 2.0 trifft Musikwissenschaft und -pädagogik”

Es ist geschafft: Nach einigen Jahren habe ich mein 1. Staatsexamen! Da dieses Blog eine zentrale Stellung in meiner Examensarbeit, die ich im Rahmen dieses Examens geschrieben habe, einnimmt, möchte ich sie nun auch hier veröffentlichen. Darin reflektiere ich neben diesem Blog das Twittern als @FreieKultur und das Diskutieren auf Facebook im Rahmen meiner Recherche als Musikwissenschaftler und -pädagoge zum Thema Urheberrecht und Musik. Viel Spaß beim Lesen. Ich bin gespannt auf Kommentare!

Bitte entschuldigt die hässlichen Kästchen, die die Hyperlinks umgeben – Microsoft Word für Mac kann im Jahr 2013 immer noch keine längeren Links korrekt in PDFs konvertieren und dies ist die beste Lösung, die ich gefunden habe, damit alle Links funktionieren…

 

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kreuz und quer durch die letzten Monate

In letzter Zeit hatte ich leider wenig Zeit, mich um neue Artikel für das Blog zu kümmern. Gründe dafür waren meine Examensarbeit und mein Abschlusskolloquium, die ich jetzt aber beide hinter mir habe. Da die Examensarbeit, in der ich das Bloggen, Twittern und Diskutieren auf Facebook im Rahmen der Urheberrechtsdebatte für Musikwissenschaft und -pädagogik reflektiert habe, noch in Korrektur ist, warte ich mit ihrer Veröffentlichung auf diesen Seiten noch ein wenig. Im Folgenden möchte ich einfach einige ausgewählte Ereignisse aus dieser Zeit kommentieren und auf entsprechende Links verweisen – kreuz und quer:

  1. Mein persönliches Highlight der re:publica 2013 war Daniel Deckers Vortrag “Mixing Pop & Politics”
  2. KeineR wird die Diskussion um #Prism, #Snowden und die #NSA verpasst haben. Aktuell entwickelt sich das Ganze ja zu einem zentralen Wahlkampfthema: Wie viel wussten Friedrich und Merkel in der sog. “Ausspäh-Affäre”? Wo ist die Balance zwischen totaler Überwachung und legitimen Aktivitäten der Geheimdienste? Ähnliche Diskussionen wurden ja auch schon zum Thema Urheberrecht geführt, da man sich dort auch darüber auseinander setzt, wie lange z.B. Access Provider Metadaten ihrer Kunden speichern sollen, um eventuelle Urheberrechtsverletzungen verfolgen zu können: Siehe Hadopi in Frankreich.
  3. Der Deutsche Bundestag hat ein Maßnahmenpaket gegen unseriöse Geschäftspraktiken beschlossen, das v.a. VerbraucherInnen vor überhöhten urheberrechtlichen Abmahnungen schützen soll. Ob diese Maßnahmen tatsächlich wirklich sind und ob die UrheberInnen und RechteinhaberInnen dadurch ihre Rechte nicht mehr angemessen durchsetzen können, wird im Zuge dessen heftig diskutiert (siehe z.B. RA Peter Nümann: “Filesharing ist keine Frage des Verbraucherschutzes”).
  4. EU-Parlament verabschiedet Bericht zur Erleichterung der Online-Lizenzierung von Musik.
  5. Bundestag beschließt Urheberrechtsnovellen: Nutzung verwaister Werke und Zweitveröffentlichungsrecht.
  6. Die C3S geht bis zum 30. September 2013 den nächsten Schritt via Crowdfunding – Macht mit!
  7. Georg Fischer hat auf seinem sehr zu empfehlenden Blog “Jäger & Sampler” seine Diplomarbeit zum Sampling veröffentlicht – sehr lesenswert!
  8. Thom Yorke entfacht eine neue Diskussion darüber, ob MusikerInnen bei Spotify genug Geld verdienen:

 

 

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Musik im Zeitalter des digital turn. Einfluss des Phänomens Digitalität auf Musikschaffende und Rezipienten – von Johannes Ziemer

Dies ist die schriftliche Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatprüfung an der Hochschule für Musik und Tanz Köln von Johannes Ziemer (2013). Er hat mich gebeten, sie hier unter einer Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC 3.0 zu veröffentlichen. Darin untersucht er auf der Grundlage von Walter Bejamin, Rolf Großmann und der Theorie der Mediamorphosen die Digitalität von Musik als technischen Prozess. Vor diesem Hintergrund diskutiert er Umbrüche, die sich für die Musikkultur aus der technischen und kulturellen Codierung und Decodierung ergeben. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass der digital turn noch nicht abgeschlossen sei, aber die Digitalität Musik bereits grundlegend revolutioniert habe.

Er und ich wären sehr an Rückmeldungen in den Kommentaren interessiert.

 

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Der BGH und das Sample (ein Liebesbrief als “Metall auf Metall II”-Remix)

Mein geliebter Tonfetzen,

obwohl “die Verwendung von Samples in der Musikbranche mittlerweile weit verbreitet ist und sich die entlehnende Bezugnahme zu einer eigenen Stilrichtung entwickelt hat” frage ich mich, ob ein “gleichwertiger Nachbau” von dir “möglich” ist? Ich meine einen “Nachbau aus der Sicht des Musikproduzenten von seinen Abnehmern – hier also den Käufern eines Tonträgers aus dem Genre „Hip-Hop“” – also damit “einigermaßen vertrauten und hierfür aufgeschlossenen Hörers” - nein, nicht “Hoeren” - “einen aufmerksamen und aufgeschlossenen Hörer”,“der mit musikalischen Fragen “im musikalischen Zusammenhang” einigermaßen vertraut” ist. Denkst du, das ist möglich? Aber bedenke: “Eine – im naturwissenschaftlichen Sinne – vollständige Identität des Nachbaus mit dem Original sei nicht erforderlich.”

Gib deshalb immer “Gutacht” bei den “durchschnittlich ausgestatteten Musikproduzenten” und deren “fremden Tonaufnahme”, denn eventuelle “Unsicherheit bei der Beurteilung [...] ist hinzunehmen”! Du kannst besser “von einer Übernahme ganz absehen”, denn “Sinn und Zweck des § 24 Abs. 1 UrhG ist es, Freiraum für eine schöpferische Auseinandersetzung mit bestehenden Werken zu schaffen”. “Die Fortentwicklung des Kunstschaffens kann durch die Ausübung des Tonträgerherstellerrechts daher nur behindert werden, wenn eine Reproduktion der Tonaufnahme aus tatsächlichen Gründen nicht möglich ist”, verstehst du? “An dieser Einschränkung des Rechts zur freien Benutzung eines fremden Tonträgers hält der Senat trotz der von der Revision und im Schrifttum geäußerten Bedenken fest (kritisch Schack, JZ 2009, 475, 476 f.; Stieper, ZUM 2009, 223, 225; Hoeren, MMR 2009, 257, 258; Lindhorst, GRUR 2009, 406, 409; Röhl, K&R 2009, 172, 174 f.; ders., K&R 2011, 660 f.; Oebbecke, Der „Schutzgegenstand“ der verwandten Schutzrechte, Diss. Köln 2011, S. 306 ff.).” Die haben eh keinen Plan.

Also, geliebte “Tonfolge”, wenn du und deine “wirtschaftliche, organisatorische und technische Leistung” in Gefahr seid, “berufe” mich und ich werde dich “im Namen des Volkes” vor den “Röhren, Stäben, Ketten, Hämmern, Metallflächen und Stahlblechen“schützen”. Ich sende dann unverzüglich “Tonträger” nach dir aus, die dich zu mir “herleiten”, mein “Schutzgegenstand”! Dann bist du endlich wieder bei -

“Nur mir”.

Dein BGH

P.S. Entschuldigt diese Albernheit , auch wenn das Ganze eigentlich traurig ist – ich schreibe gerade meine Examensarbeit und brauchte mal Abwechslung; zum Glück wird seit heute auch das Recht auf Remix gefordert; alle verwendeten Zitate stammen aus der “Metall auf Metall II”-Begründung des BGHs; dazu auch Thomas Stadler , Bruno Gert Kramm oder mein Artikel.

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Neue Initiative: “Recht auf Remix” – ein erster Kritikpunkt

Die Digitale Gesellschaft e. V. startet heute mit einer neuen Kampagne namen “Recht auf Remix”. Warum das Thema auf die Agenda gehört, begründen sie folgendermaßen:

“Remix und Remixkultur müssen als zentrale Ausdrucksform einer digitalen Gesellschaft anerkannt werden. Ein Recht auf Remix erfordert jedoch auch Änderungen des Urheberrechts in Deutschland und auf europäischer Ebene.”

Quelle: Digitale Gesellschaft e.V. – Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

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Wir-sind-die-Urheber-Kampagnen im Jahr 2013

Heute ist Welttag des Urheberrechts und man kommt sich sich vor wie vor einem Jahr:  Anfang Mai 2012 hatte die Unterschriftenaktion “Wir sind die Urheber” (gefolgt u.a. von “Wir sind die Bürger”) gezeigt, dass einige Urheber “Gegen den Diebstahl geistigen Eigentums” sind. Genau in diesem Sinne – als hätten keine Diskussionen statt gefunden – versuchen heute neue Initiativen ihre Meinungen medienwirksam zu platzieren. Die eine Initiative heißt “Don’t fuck with Music”  und sagt Fans “Das Internet soll Musik fördern, nicht verheizen” und Politikern “Nur ein starkes Urheberrecht sorgt dafür, dass sich Kulturschaffen auch lohnt.” Aha. Dann lege ich mich mal besser nicht mit der Musik an und pisse ihr nicht ans Bein (was in etwa die Übersetzung von “Don’t fuck with Music” sein dürfte…). Begleitet wird die Initiative mit dieser Lobby-Aktion.

Dazu äußerst sich Petra Sitte:

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Musik, Urheberrecht und Creative Commons für Kinder erklärt

Hier ein Versuch von Annika Schulz und Susan Panzer, das Zusammenspiel von Musik, Urheberrecht und Creative Commons Kindern zu erklären. Sicherlich keine leichte Aufgabe. Der Film ist unter Creative Commons – Namensnennung lizenziert:

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