Aktuelles zu Freier Kultur und Musik

Die aktuellen Ereignisse wie die Sperrung eines der größsten FileHosters des WWW Megaupload.com und der Rückzug des Musik-Streaming Anbieters http://grooveshark.com/ zeugen von der derzeitigen Brisanz des Themas im Internet. Im Namen von Urheberrechten wird hier ein „Copyright-Krieg“ (Lawrence Lessig: Free Culture) geführt. Von wem, gegen wen und warum? Deutlich wird zunächst einmal, wie mächtig Besitzer von Urheberrechten heute sind. Seien es nun die GEMA oder die großen Platten-Majors, mithilfe von bestehenden Rechten und mit der zentralen Begründung, dass die Musiker und Komponisten nur mithilfe ihrer Urheberrechte mit ihrer Kunst „überleben“ könnten, werden hier Entwicklungen des Internets gehemmt, verlangsamt und verboten anstatt über alternative Vergütungsmodelle oder Gesetzesentwürde zu diskutieren. Leidtragende sind die Musikhörer, deren neue digitale Hörgewohnheiten kriminalisiert werden und die dazu angehalten werden nicht als „Raupkopierer“ sondern als Musiker-unterstützende-Konsumenten auf legalen Download- und Streaming-Seiten à la iTunes-Store und Amazon.com doch bitte einzukaufen. Denn Kopieren sei gleich Stehlen.

Aber es gibt auch postive aktuelle Ereignisse:

Zum ersten Mal in der Geschichte von Wikipedia hat die englischsprachige Wikipedia ihre Seiten am 18.1.2012, dem sogenannten Wikipedia Blackout, für 24 Stunden vom Netz genommen, um auf die Gesetzesentwürfe SOPA und PIPA in den USA aufmerksam zu machen und dagegen zu protestieren. Von vielen Internet-Seiten gefolgt und unterstützt von zahlreichen Aktivisten wurde damit erreicht, dass der SOPA (Stop Online-Piracy Act) und auch der PIPA (Protect IP (Intellectual Property)Act) zunächst zurück gezogen werden, aber es wird garantiert weitere Versuche in diese Richtung geben.

Zu beobachten ist, dass Lawrence Lessig in seinem Buch Free Culture aus dem Jahr 2004 seine beiden großen Kapitel „Piracy“ und „Property“ betitelt hat. Diese verblüffende Ähnlichkeit mit SOPA und PIPA finde ich erstaunlich, was für die Aktualität seiner Themen spricht und uns um so mehr auffordern sollte, die anhalten Trends zu hinterfragen und seinen Ansatz der Freien Kultur ernst zu nehmen und dann ggf. anzuwenden.

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3 Antworten zu Aktuelles zu Freier Kultur und Musik

  1. H. schreibt:

    Hallo Herr Stade,
    Ihr Blog gefällt mir außerordentlich gut – ein ganz besonderer Beitrag zum Thema der heutigen Medienwelt und ihrer uns alle betreffenden Problematik- und Chancenoptionen.
    Sehen Sie dies als eine Stellungnahme meinerseits.
    Und als ein Kopliment für Ihre Recherchen.

    Steht einem persönlichen Kennenlernen etwas im Wege?

  2. Pingback: Ach ja: ACTA ist gescheitert! Ein kleiner Rückblick | Freie Kultur und Musik

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