ACTA: Wie erneut 4 Buchstaben die Freie Kultur gefährden…

Nach den Gesetzesentwürfen SOPA und PIPA in den USA formiert sich nun der Protest gegen ACTA. SOPA und PIPA hatten weltweit massive Proteste ausgelösten, welche am Mittwoch, dem 19. Januar 2012, im „Wikipedia-Blackout“ gipfelten und deutlich machten, dass die Ausweitungen der Urheberrechte bis hin zur Sperrung von Internetseiten, die urheberrechtlich geschützte Inhalte anzeigen oder verlinken, eine Gefahr für das freie Internet darstellen. Denn wenn Urheberrechte derart um sich greifen, wird die Zensur im Internet überhandnehmen.

Der Protest war bei SOPA und PIPA so erfolgreich, dass die Entwürfe zunächst einmal wieder vom Tisch sind, aber für viele stellt das internationale Handelsabkommen ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) einen noch viel gravierenderen Schritt in die falsche Richtung dar. Dieses Abkommen soll internationales Vorgehen gegen Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen vereinheitlichen und vereinfachen und wurde von dem Großteil der Verhandlungspartner bereits unterzeichnet. Eine letzte Hürde stellt aber noch die baldige Entscheidung des Europäischen Parlaments dar, weshalb sich in Europa zunehmend Widerstand formiert. So sind für Samstag, den 11.2.2012, europaweite Demonstrationen vorgesehen (siehe: https://twitter.com/#!/Stopp_ACTA).

Was genau kritisiert wird, hat die Digitale Gesellschaft in diesem PDF zusammengefasst:

http://digitalegesellschaft.de/wp-content/uploads/2011/10/acta-edri-broschuere-deutsche-uebersetzung.pdf

Dieses Video fasst es auch ganz gut:

Wie schon Lawrence Lessig in seinem Buch „Freie Kultur“ sieht auch Markus Beckedahl hinter den Ausweitungen der Bekämpfungsmöglichkeiten von Urheberrechtsverletzungen gegen die „Produktpiraterie“ die wirtschaftlichen Interessen von mächtigen Konzernen: „Dahinter stehen in allen Fällen Lobbys mit viel Geld, die veraltete Geschäftsmodelle schützen wollen und darum neue innovative Geschäftsmodelle und die Internetkultur angreifen.“ (siehe Keinem ist bewusst, was ACTA bedeutet). Neben einer Gefahr für die Freie Kultur stellt ACTA für Markus Beckedahl und andere vor allem auch einen undemokratischen Prozess dar, weil seit 2004 Verhandlungen (u.a. mit der Filmindustrie) in weiten Teilen hinter verschlossenen Türen stattfanden, Vertreter der Bevölkerung ausgeschlossen wurden und die Auswirkungen und Reichweiten der teilweise sehr schwammigen Formulierungen von ACTA unklar bleiben. Somit stellt ACTA Gefahren für die Meinungsfreiheit, den Zugang zu Kultur und den Datenschutz dar.

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2 Antworten zu ACTA: Wie erneut 4 Buchstaben die Freie Kultur gefährden…

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