Mach mit!

Mein Blog wächst und wächst, aber ich würde gerne etwas daran ändern, dass es bisher nur sehr spärlich direkte Kommentare von euch dir auf meinem Blog gibt, und möchte euch dich daher generell dazu motivieren, euren deinen Gedanken, Fragen und Kritikpunkten freieren Lauf zu lassen. Das Thema geht doch viele von uns etwas an und wir leben im Web 2.0 – also macht mit!

Neben diesem generellen Aufruf möchte ich euch dir hier einige konkrete Fragen stellen. Auf eure Antworten bin ich sehr gespannt:

Wie und wo hörst DU heute Musik?

Hörst DU heute anders Musik als vor einigen Jahren? Was hat sich verändert?

Hat sich DEINE Wertschätzung von Musik gewandelt? Wenn ja, wie?

Beispiele, Anekdoten, Meinungen – alles ist als Kommentar willkommen!

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8 Antworten zu Mach mit!

  1. Tim schreibt:

    Ich vergleiche das Hören heute gerne mit dem Hören in der Kindheit. Man hat Lieder, die einem gut gefallen, gehört und als Maxi-CD gekauft. Oder man entschied sich blind für eine Compilation. Pop und Chartmusik war okay😉 Heute hört man sich selber durch Unmengen an Neuerscheinungen im Internent. Auf Simfy, Labelseiten, Blogs etc. sind Neuveröffentlichungen bekannt gemacht und man muss deutlich mehr Zeit aufbringen um wirklich gute, innovative Dinge zu finden.
    Mein Interesse liegt in der elektronischen Musik und gerade dort ist es so, dass die Musik mit verhältnismässig wenig Equipment produziert werden kann. Dementsprechend sprießen neue Labels und Künstler nur so aus dem Boden und der Markt wird überflutet; man verliert die Übersicht. Tracks klingen ähnlich und die Übergänge und Unterschiede sind sehr weich und gering.
    Ob sich die Wertschätzung für die Musik selber verändert hat, verneine ich einmal. Aber in einer Zeit mit Onlineplaylisten auf Streamingportalen und der Möglichkeit alles Digital in hervorragenden Qualitäten zu kaufen, sinkt die Wertschätzung für herkömmliche CDs mit Sicherheit. Auch wenn sie sich verflucht gut im Regal machen.

  2. emi schreibt:

    Seit ich Musik studiere höre ich mehr Musik und mit mehr Bewusstsein auf die Produktion oder die Interpretation. Die Auswahl ist meistens davon abhängig, was meine Freunde hören und empfehlen und dabei wird viel über USB-Sticks kopiert.
    CDs kaufe ich fast nur noch von Freunden und Bekannten, die ich unterstützen möchte, dann aber auch im direkten Kauf von den Musikern und nicht über iTunes oder Geschäfte. Dafür gehe ich gerne auch mal öfter in ein Konzert mit gleichem Programm und zahle auch gerne den vollen Eintrittspreis. Übrigens landen bei mir die gekauften CDs nicht in hübschen Regalen, sondern irgendwo in Stapeln und elektronisch auf meiner externen Festplatte. Schade eigentlich. Aber irgendwann kaufe ich mir einen Plattenspieler und ganz viele Platten, das wird dann richtig gut!🙂

    Beim Musikhören hat sich bei mir auch geändert, dass ich mehr komplette Alben durchhöre und weniger Einzeltracks. Compilations stelle ich mir für Einzelfälle (zum Joggen, vor dem Schlafen, zum Aufräumen…) selbst zusammen. Etwas anders ist es bei irgendwelchen Youtube-Videos, die jemand gepostet hat. Die Videos dienen für mich nur als Gesprächsstoff oder seltener auch als Anlass, mir dann komplette Alben oder sogar die ganze Diskografie durchzuhören.

  3. Simon schreibt:

    Das ist finde ich ein super spannendes Thema, denn da hat sich in den letzen 10-20 Jahren viel verändert.

    Ich höre Musik heute zu 90% zuhause über Computer und unterwegs über mein mobiles Gerät, die eigene Sammlung und teilweise Streaming-Dienste. Vor einigen Wochen bin ich meine letzten (verkaufbaren) CDs losgeworden, nachdem sie Jahrelang nur im Regal verstaubt sind. Wenn ich ein „analoges“ Musikhör-Erlebnis will, ist Vinyl für mich der CD einfach weit überlegen (wenn auch das bei mir immer seltener zum Einsatz kommt) und im digitalen Bereich tuen sich mir via Internet spannende Möglichkeiten auf, die CD nie bieten kann. Zum einen durch Dienste wie LastFM und Soundcloud, die neue Musik neu entdecken lassen und der sozialen Dimension von Musik eine neue Ebene hinzufügen. Aber auch durch Ansätze für interaktives Musikhören, wie Brian Enos Bloom App oder Björk Biophilia-App-Album (da geht noch viel mehr, bin gespannt auf die Zukunft!).
    Definitiv gehe ich auch mehr auf Musik-Veranstaltungen als vor zehn Jahre, wird ja auch mehr getourt als früher, oder? Auch das liegt sicherlich am Internet und bestimmt auch an Easyjet und Co.
    Ich höre heute mehr Musik als früher, viel mehr. Das liegt wohl einfach daran das Musik und Musikwissen über das Internet so viel leichter und günstiger zugänglich ist, auch am Design von Musiksoftware (Endlos-Playlisten).
    Ich merke bei mir aber auch das die Masse dazu führt, dass es öfter als früher einfach nur so Ambient-Mäßig im Hintergrund läuft und ich nicht richtig zuhöre. Viele Alben werden einmal runtergeladen (oder gestreamt), einmal gehört und dann vergessen, irgendwie schade. Aber auf der anderen Seite haben sich mir durch das Internet in den letzten zehn Jahre viele musikalische Welten geöffnet, die ich ohne nie entdeckt hätte. Mal ehrlich, wäre mir finanziell einfach unmöglich gewesen, soviel Musik zu kennen wie ich heute kenne.

    Würde sagen meine Wertschätzung von Musik hat sich im positiven gewandelt, da Musik einen größeren Teil meines Lebens ausmacht als früher, aber ob ich ein besserer (Zu-) Hörer geworden bin weiß ich nicht.

    Da bin ich sicherlich typisch, habe stark den Eindruck der 20-Jährige Musik-Nerd von heute hat ein viel größeres Musik-Wissen als der gleichaltrige Musik-Nerd von vor 20 Jahren, aber dafür hört er vielleicht auch oberflächlicher.

    Und es muss mal gesagt werden: Das mit dem Tod des Albums war Schwachsinn…

  4. Annika schreibt:

    Die Musik, die ich höre, ist durch das Internet und das dazugehörige Teilen, Verlinken und assoziative Durchklicken definitiv bunter geworden. Ich entdecke Musik, auf die ich alleine für mich nicht gestoßen wäre. Das ist größtenteils durch den Austausch in sozialen Netzwerken bedingt, aber auch dadurch, dass es heute so praktisch ist, sich gegenseitig Musik zu schicken. z.B. über Dropbox. So tausche ich mich mit Leuten aus, die weit entfernt von mir leben und deren Musik mich sonst nicht erreichen würde. Das heißt aber auch, dass die Musik kopiert wird und ich selten CDs kaufe. Wenn ich eine kaufe, dann ganz bewusst, um die Musiker zu unterstützen. Allerdings gehe ich heute auch viel mehr in Konzerte und lasse da mein Geld für die Musik. Das Livekonzert ist meiner Meinung nach immer noch die beste Art, Musik zu genießen…Interaktion und Inspiration…Im direkten Kontakt haben Musiker und Hörer mehr von einander. Dazu muss ich die Musik aber erst einmal kennen lernen und das passiert meistens durch den Austausch im Internet.
    Die Wertschätzung von Musik hat sich eher positiv verändert. Denn ich habe das Gefühl, mir eher aktiv das rauszusuchen, was zu mir passt, statt durch Werbung, Charts, Radio und Co dabei gelenkt zu werden. Sicher bin ich auch heute noch durch Trends und Moden beeinflusst, aber das ganze läuft bewusster ab…hoffentlich.

  5. emma schreibt:

    Ich höre meistens Musik wenn ich alleine unterwegs, auf Reisen oder generell in Bewegung bin, auch wenn dies sicherlich die Gefahr birgt in manchem Situationen Musik zum „Hintergrundrauschen“ zu degradieren, werden die so gefundenen kleine Momentschätze oft unwiederbringlich mit Liedern verknüpft, und mit Erinnerungen gefüllt, so dass das wiederholte Hören verschiedener Songs oder Interpreten sofort Bilder im Kopf entstehen lässt, mich zum lächeln bringen oder traurig machen. Auch tausche ich gerne Musik mit Menschen, gehört das doch zum kennenlernen dazu, da die Lieblingslieder wie Bücher etwas intimes sind, auch mag ich es nicht immer nur nach eigenem Geschmack zu hören, sondern so gezwungen zu sein sich auch mal auf etwas Neues einzulassen. Das Internet bietet natürlich die Möglichkeit leicht an neue Musik zu kommen, aber ich suche nicht ständig nach Abwechslung und höre lieber ein Album oder eine Playlist erst mal tot, bevor ich wieder was neues suche. Im Vergleich zu früher ist es schön, dass man seine individuellen Vorlieben leichter in der Vielfalt finden kann, in meiner Jugend zumindest war ich aufgrund meines unheimlich geringen Taschengeldes auf die CD Kollektionen meiner Freunde oder Radio angewiesen, konnte mich nicht so wirklich darin wiederfinden. Die weniger Kassetten und Cds die ich besaß konnte ich auswendig, und waren oft aus dem genauso begrenzten Klassik/Jazz/Rock Vorrat meiner Eltern gemopst. Musik ist für mich mit Emotionen, Menschen und Erinnerungen verknüpft und die Tatsache, dass sie so leicht transportabel (im doppelten Sinne) wurde, macht mich sehr dankbar.

  6. Philip Stade schreibt:

    Erstmal vielen vielen Dank für eure Antworten! Sie zeigen bereits sehr schön, wie unterschiedlich die Veränderungen wahrgenommen werden – aber in allen Fällen gibt es auf jeden Fall Veränderungen und auch einige Gemeinsamkeiten.
    Wichtige Punkte sind meiner Meinung nach:
    „Der Markt wird überflutet; man verliert die Übersicht.“ (Tim)
    „…sinkt die Wertschätzung für herkömmliche CDs mit Sicherheit.“ (Tim)
    Bei den „Unmengen an Neuerscheinungen im Internent“ muss man „deutlich mehr Zeit aufbringen um wirklich gute, innovative Dinge zu finden.“ (Tim)
    „…mehr Musik und mit mehr Bewusstsein…“ und „…mehr komplette Alben durchhören und weniger Einzeltracks.“ (Emi)
    „Vor einigen Wochen bin ich meine letzten (verkaufbaren) CDs losgeworden.“ (Simon)
    „interaktives Musikhören“ (Simon)
    „Definitiv gehe ich auch mehr auf Musik-Veranstaltungen als vor zehn Jahren“ (Simon) und „Allerdings gehe ich heute auch viel mehr in Konzerte und lasse da mein Geld für die Musik.“ (Annika)
    „Die Musik, die ich höre, ist durch das Internet und das dazugehörige Teilen, Verlinken und assoziative Durchklicken definitiv bunter geworden.“ (Annika)
    „Ich höre meistens Musik wenn ich alleine unterwegs, auf Reisen oder generell in Bewegung bin…“ (Emma)
    „Im Vergleich zu früher ist es schön, dass man seine individuellen Vorlieben leichter in der Vielfalt finden kann.“ (Emma)

    Zusammenfassend könnte man sagen, dass die Menge an gehörter Musik und die Musikvielfalt zugenommen haben, was entweder positiv aber aufgrund der verlorenen Übersicht auch als belastend bewertet wird. Ihr geht auf mehr Konzerte, mit CDs wird kaum noch Musik gehört und wichtig ist das Tauschen von Musik mit Freunden. Unterschiede gibt es dabei, wie bewusst bzw. interaktiv Musik heute gehört wird.
    Das ist schon mal ein schönes Resumé, ich würde mich aber noch sehr über weitere Beiträge freuen und werde die Tage, wenn ich etwas Zeit finde, auch selbst mal meine eigenen Gedanken dazu niederschreiben.

  7. Anna schreibt:

    Ich verbringe unter der Woche auf dem Weg zur Arbeit und auch am Wochenende sehr viel Zeit in Bus und Bahn, die ich intensiv zum Musikhören nutze. Ich gehe wahnsinnig gern auf Konzerte und Festivals, um Musik live und in echt zu erleben, um Menschen beim Musikmachen zu beobachten. Ich tanze gern und spüre Musik physisch – in Clubs und auf Partys. Ich beschäftige mich generell sehr viel Musik – ich höre sie nicht nur, sondern mache sie auch selbst. Auch zu meinem Leben gibt es einen Soundtrack. Jedes wichtige Erlebnis, jede Stimmung, jeden Menschen verbinde ich mit bestimmten Songs oder Tracks. Ich liebe es, Musik zu bestimmten Themen und für bestimmte Menschen zu sammeln. Das Genre spielt dabei eigentlich keine Rolle. Ich höre genau so viel „analoge“ wie elektronische Musik, alte, neue, treibende, ruhige, mit und ohne Gesang, aus aller Welt.

    Ich bin ständig an neuer Musik, neuen Ideen und Trends interessiert. Das Internet ermöglicht mir in dieser Hinsicht natürlich vieles. Ich nutze es, um mich in Magazinen, Blogs und mit Streaming-Seiten wie Soundcloud oder MySpace über Musik zu informieren, mir neue Dinge anzuhören, die ich noch nicht kenne. Parallel lese ich gern gedruckte Magazine und kaufe mir Musik auf Tonträgern (CD oder Schallplatte) – nicht nur, weil ich mich nebenbei für grafisch-künstlerische Aspekte interessiere und den Geruch von frisch bedrucktem Papier so mag. Ich schätze heute Musik mehr wert als früher und habe erkannt, dass die Entwicklung der elektronischen Medien Konsequenzen hat, die nicht nur positiv sind. Ich achte darauf, Musik, die mir wichtig ist, ethisch korrekt – also meist käuflich – zu erwerben und Künstler zu unterstützen. Wenn ich Musik downloade, tue ich es nur gegen Bezahlung oder dort, wo Songs ausdrücklich zum freien Download zur Verfügung stehen. Dass ich die meiste Musik (auch) auf meinem iPod mit mir herum trage, hat vor allem praktische Aspekte und befriedigt meine pedantische Ader, wegen der ich alles hübsch sortieren und kategorisieren muss. Das war früher nicht so einfach. Das ewige Sitzen vorm Radio, bis der Lieblingssong endlich kommt und man die Rec-Taste drücken kann. Dann war das Mixtape endlich fertig und es gab Bandsalat oder es rauschte. Aber dann schwelge ich auch gern in der Erinnerung an die liebevoll handgebastelten Hüllen von Mix-CDs von Freunden und für Freunde. Da ich grundsätzlich nostalgisch bin, bastle ich auch heute noch. Trotzdem schätze ich meine Dropbox, wenn ich mich mit Freunden austausche, die auf der anderen Seite der Welt wohnen. Und wie super es ist, auf einer Party zu sein und jeden verdammten Song dieser Welt einfach abspielen zu können, wenn einem danach ist – dem Internet sei dank. Sicher hat sich durch die überlaufende Quantität und Verfügbarkeit von Musik auch die Qualität an einigen Stellen verschlechtert. Aber empfinde auch ich, ähnlich wie Annika, es eher so, dass ich durch die große(n) Auswahl(möglichkeiten) viel selbstbestimmter Musik hören kann. Man muss nur selektieren können.

    Auf die Musik als Kunst bezogen, sehe ich die Medien heute eigentlich als große Chance für viele. Sich vernetzen, Kollaborationen organisieren, sich autonom darstellen und vermarkten, seine Werke veröffentlichen, einer breiten Masse zugänglich machen. All das ist nicht nur bedeutend für die Entwicklung der Künstler und der Musik(-kultur) an sich, sondern auch für die gesellschaftspolitische Botschaft, die dahinterstehen kann. Und ohne den Aspekt der Wiederverwertung oder des sich Beziehens auf etwas bereits dagewesenes kann man ohnehin kaum eine Kunstform (mehr) betrachten. Daher schließe ich zumindest für mich den Eindruck aus, dass das Internet bzw. die elektronischen Medien sich nachteilig auf die Entwicklung von Musik(hören) ausgewirkt haben.

  8. Anna schreibt:

    … Mist, jetzt habe ich mir doch tatsächlich selbst widersprochen🙂 Findet den Fehler…

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