Olaf Zimmermanns Kommentar zu meiner Kritik am Deutschen Musikrat

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, hat auf meinen Kommentar zu seinem gestern erschienenen Artikel, in dem ich die Haltung des Deutschen Musikrats für das schnelle Durchwinken von ACTA kritisiere, auf Diskurs@DRadio geantwortet:

„Auch im Deutschen Kulturrat, zu dem als Sektion Musik der Deutsche Musikrat gehört, gibt es (glücklicherweise) keine einheitliche Meinung zu dem Thema. Ich habe meine Position z.B. in dem Artikel “Der ewige Nörgler – Kulturbereich muss Defensivposition verlassen”  zusammengefasst. Ich habe darin geschrieben: “In kaum einem anderen kulturpolitischen Thema fanden in den letzten Jahren so starke ideologische Grabenkämpfe statt wie zur Frage der Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die Kulturmärkte, auf die Nutzungsgewohnheiten der Verbraucher, die Freiheit der Wissenschaft sowie den Schutz des geistigen Eigentums. Die kulturpolitische Diskussion wurde dabei leider teilweise so stark auf juristische Fragen nach der Gestaltung des Urheberrechts verengt, dass die gesellschaftliche Diskussion zu den Auswirkungen der Digitalisierung zu kurz gekommen ist.” Das war ein Fehler, den ich gerne korrigieren möchte.“

Für ihn geht es wie mir um Diskussionen und er lobt den Dialog, den ich hier mit Gerald Mertens führe. Zimmermann bezieht sich in seiner Antwort auf seinen lesenswerten Artikel „Der ewige Nörgler – Kulturbereich muss Defensivposition verlassen“, in dem er u.a. die aktuelle „Gefechtslage“ beschreibt. Darin heißt es:

„Betonen die genannten Akteure [Google & Co., „Netzgemeinde“ und Wissenschaft, Anm d Verf] die Chancen der Digitalisierung, werden aus dem Kulturbereich vor allem die Risiken vorgetragen. Unbestreitbar ist, dass sich die Märkte bereits verändert haben und in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter verändern werden. Dieses geht zu Lasten einiger kulturwirtschaftlicher Akteure. Hier werden Branchen an Bedeutung verlieren, es werden sich Nischenmärkte ausbilden. Wie bei anderen wirtschaftlichen Umbrüchen auch, werden Unternehmen und damit auch Arbeitsplätze auf der Strecke bleiben.“

„Das eigentlich Fatale ist, dass es dem Kulturbereich bislang nicht gelungen ist, diese positiven Entwicklungen herauszustellen und eine eigene positive Geschichte zur Digitalisierung zu erzählen. Er steht vielmehr da als der ewige Nörgler und die Nutzer, die doch eigentlich die Werke kaufen sollen, scheinen die Feinde zu werden.“

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2 Antworten zu Olaf Zimmermanns Kommentar zu meiner Kritik am Deutschen Musikrat

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