Freie Lernkultur in der Schule

Alle LehrerInnen kommen im Schulalltag in Kontakt und Konflikt mit dem Urheberrecht und die aktuelle Diskussion um Digitalisate zeigt die Notwendigkeit von Lösungen. Auch beim Thema Urheberrecht in der Schule geht es beim Ansatz der Freien Kultur um einen Ausgleich von verschiedenen Interessen und die Fragen, ob das Urheberrecht in seiner heutigen Form sinnvoll für den Bildungsbereich ist, wie eine Reform des Urheberrechts im Sinne einer freien Bildung aussehen könnte und welche Möglichkeiten sich bereits heute durch die Digitalisierung für die Schulen ergeben und wie LehrerInnen sie nutzen können.

In ihrem neuen Whitepaper „V1.0 – Open Educational Resources (OER) für Schulen in Deutschland – Whitepaper März 2012“ haben Mirjam Bretschneider, Jöran Muuß-Merholz und Felix Schaumburg im Auftrag von Co:llaboratory Grundlagen des Urheberrechts im Zusammnehang mit Schule erarbeitet, um darauf aufbauend für den Einsatz von Open Educational Resources (OER) zu plädieren. Unter diesem Schlagwort werden Netzwerke zusammengefasst, in denen am Lehr- und Lernprozess Beteiligte Unterrichtsmaterialien entwickeln und frei zugänglich teilen. Zum Beispiel unter Creative Commons-Lizenzen veröffentlicht können die Materialien von Lehrpersonen je nach Bedarf eingesetzt, vervielfältigt und verändert werden, ohne mit dem Urheberrecht in Konflikt zu kommen (mehr dazu gibt es u.a. im hervorragenden Blog cc-your-edu.de). In dem Whitepaper werden Akteure vorgestellt, rechtliche Grauzonen und Probleme für LehrerInnen erläutert, „Rip-Mix-Copy“ als pädagogische Notwendigkeit beschrieben und aktuelle Entwicklung von OER aufgezeigt. Sehr lesenswert!

+++Update 4.4.2012: In Polen werden mit einer großen Initiative der Regierung Schulbücher im Rahmen von OER unter der Creative Commons Lizenz CC-BY entwickelt+++

Dazu passend möchte ich diese beiden spannenden Gespräche zwischen Dr. Martin Lindner und Michael Töpel am Rande der DigiLern 2012 empfehlen. Darin wird darüber diskutiert, ob die wichtige Schulzeit heute im Sinne der SchülerInnen genutzt wird, wie Inhalte in der Schule vermittelt werden sollten, wie individualisierter Unterricht aussehen müsste und welchen Beitrag digitale Medien aus reformpädagogischer Sicht dazu leisten können. Darüber hinaus werden Vorschläge aufgezeigt, wie die Politik Bottom-up-Projekte in Schulen finanziell unterstützen könnte, um Schule und Unterricht zukunftsfähig zu gestalten, anstatt ständig „von oben“ neue Programme zu entwickeln. Sehr sehenswert!

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s