C3S – Die Cultural Commons Collecting Society als Alternative zur GEMA

Auf dem Futuremusiccamp 2012 hat Wolfgang Senges eine spannende Session zur C3S gehalten. Die Cultural Commons Collecting Society befindet sich derzeit im Aufbau und auf c-3-s.eu sind erste Informationen zu dem Projekt einsehbar.

Was ist die C3S und was sind die Ziele? Die C3S ist eine Art Verein oder Genossenschaft auf europäischer Ebene, die sich zum Ziel gesetzt hat, eine alternative Verwertungs- und Lizenzierungsgesellschaft auf europäischer Ebene aufzubauen. Ausgangspunkt von C3S in Deutschland ist, dass Musiker, die nicht in der GEMA sind, ihre Werke nicht wirklich monetarisieren können, und wenn sie unter CC-Lizenzen veröffentlichen, gehen sie leer aus. Dabei räumt Senges mit dem Vorurteil auf, dass CC-Musiker kein Geld mit ihren Werken verdienen wollten, denn 60% der CC-Lizenzen seien Non-Commercial (NC). Wolgang Senges ist einer der Hauptakteure hinter C3S und sagt dazu: „Im Moment haben wir ein Monopol doch sobald es eine zweite Verwertungsgesellschaft gibt, müssen sich die beiden einigen.“ Er betont aber auch, dass C3S nicht die GEMA torpedieren möchte, obwohl das Projekt eine nötige Alternative zur GEMA werden soll. Anfangs habe man mehrmals versucht, mit der GEMA gemeinsam diese vorhandene Problematik anzugehen, was aber auf keine Resonanz bei der GEMA stoß. Und deshalb engagieren sich mittlerweile einige Menschen bei C3S, um die komplizierten rechtlichen Fragen zu klären und die nötigen Schritte für eine solche Gesellschaft einzuleiten. Voraussetzung für die erfolgreiche Gründung ist derzeit die Zulassung durch das DPMA. Wenn sich die C3S als Alternative zur GEMA für Veranstalter etabliert hat, so Senges, entstehe natürlich eine völlig neue Konkurrenzsituation, die für die Urheber deutliche Vorteile mit sich bringe.

Wie soll die C3S aussehen? Die C3S soll deutlich demokratischer und flexibler als die GEMA aufgebaut sein. Jedes Mitglied soll gleiches, volles Stimmrecht erhalten und Mitglieder sind nur Urheber, wobei der Urheberbegriff aber bis hin zum Prosumenten gehen soll. Senges ist sich dessen bewusst, dass das nicht ganz unproblematisch werden könnte, möchte aber auf diesem Grundprinzip beharren. Letztlich sollen die Urheber aus C3S das machen, wofür sie es brauchen. Der Mitgliedsbeitrag wird erst  von den tatsächlich verwerteten Songs abgezogen, was vor allem kleineren Musikern den Beitritt erleichtern wird. Die C3S wird über die klassische Verwertung auch Micro-Payment integrieren.

C3S ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Projekt, dass einige wichtige Probleme bei der Verwertung für die Urheber angehen könnte. Allein die Tatsache, dass die GEMA ihr Monopol durch die erfolgreiche Gründung von C3S verlieren würde, dürfte für Dynamik durch Konkurrenz sorgen, die auch der reformbedürftigen GEMA gut tun würde. Über die Creative Commons-Lizenzen und die Ermöglichung einer Verwertung der Werke entsteht mit der C3S eine sehr wichtige Möglichkeit für Musiker, ihrer Musik genügend Freiheiten zur Bearbeitung und zur Verbreitung einzuräumen und gleichzeitig über die alternative Verwertungsgesellschaft mit ihrer Musik Geld zu verdienen. Auch wenn es noch ein langer Weg ist: Hoffnung für Veränderung bei der GEMA und für die Etablierung von C3S gab da Anni Kronfeld in der Vorstellungsrunde beim Futuremusiccamp 2012: „Ich arbeite bei der GEMA und interessiere mich für alternative Verwertungsgesellschaften und für das Urheberrecht.“

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