Jonas Brander: Rightclearing auf dem Futuremusiccamp 2012

Rightclearing ist eine von Restorm gegründete Plattform, auf der Musiker ihre Musik lizenzieren können, um anderen die Möglichkeit zu geben, diese Titel schnell und einfach für verschiedenste Projekte zu nutzen. Unter dem Slogan „Musiklizenzierung vereinfachen“ stellte Jonas Brander in seinem Talk auf dem Futuremusiccamp 2012 in Mannheim die Grundzüge von Rightclearing.com vor. Ziel von Rightclearing sei es, pragmatische Ansätze in der Urheberrechtsdebatte zwischen den Polen Contentmafia und Raubkopierer zu finden. Es müssten Anreize geschaffen werden, die eine Verschiebung der Verwertungsmodelle weg von dem Kauf einer Datei hin zum Kauf von Rechten, die Datei in gewisser Weise zu nutzen zu dürfen, ermöglichen. Mit Bezug auf Lawrence Lessig erläuterte Brander kurz den Wandel von der Read-Only- zur Read-Write-Society, also den Wechsel vom reinen Konsumieren zum gleichzeitigen Konsumieren und Kreieren von Inhalten. Aber in der allgegenwertigen Remix-Kultur à la „Everthing is a Remix“ sei die große Frage: Wie kann ich fürs remixen zahlen? Oft sei das Ergebnis, dass man die Inhalte nicht lizenzieren könne. Die 2,5 Mio. US-$, die 2011 mit Lizenzen verdient worden sind, seien nur von den großen Playern umgesetzt worden. Für kleinere Musikprojekte oder Musiker sei die Musiklizenzierung zu komplex. Genau hier setzt Rightclearing an und bietet auf den Creative-Commons-Lizenzen aufbauend „faire und einfache“ Lösungen an.

In einem Gespräch mit Jonas Brander wollte ich noch mal wissen, wie sich Rightclearing von Greenlightmusic unterscheide. Das sei ein ganz anderer Ansatz, weil Rightclearing im Unterschied zu Greenlightmusic nur die Technologie zur Verfügung stelle und nicht in die tatsächliche vertragliche Lizenzierung involviert sei.

Auch wenn bei Rightclearing zur Zeit nur sehr wenige Titel verfügbar sind (in 1-2 Monaten sollen 100.000-200.000 Titel dazu kommen), halte ich den Grundansatz für sehr spannend. Ein solches Angebot, das die faire und einfache Lizenzierung von CC-Inhalten für Nutzer ermöglicht, halte ich für absolut zukunftsfähig. Während Greenlightmusic mit Bill Gates im Hintergrund eher die etablierten Musikindustrie-Strukturen repräsentiert schafft Rightclearing über die CC-Lizenzen eher einen „Ansatz von unten“. In Verbindung mit C3S könnte es somit immer attraktiver für Musiker werden, sich für CC-Lizenzen zu entscheiden und trotzdem damit Geld zu verdienen.

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